Anorexia nervosa

Über "unsere Freundin 'Ana'"

Ein mentales Schreckgespenst getarnt als deine Freundin?

Symptome

Die Anzeichen einer Anorexia nervosa sind die

 

  • selbstherbeigeführte Gewichtsabnahme durch Vermeidung von "fett-machenden" Lebensmitteln
  • Beschleunigung der Abnahme durch Missbrauch von Appetitzüglern, Diuretika, Laxantien
  • Das Zielgewicht liegt deutlich im (gefährlichen) Untergewicht (ab BMI 16 ist es gefährlich, ab BMI 13 gilt es als tödlich)
  • Die Gewichtsabnahme bringt keine Freude, durch die Körperschemastörung ist die Empfindung: "immer zu fett zu sein"
  • ständige Konzentration auf die Nahrungsaufnahme und -abgabe, auch (Alb)Träume
  • Kontrollzwang (z.B. ständiges Notieren von Gewicht und/oder verzehrten Kalorien, mehrfaches Abwiegen der Nahrungsmitteln zur korrekten Kalorienermittlung)
  • Kälteempfindlichkeit und erniedrigte Körpertemperatur (meine lag JAHRELANG bei 35°C als Normaltemperatur)
  • Schwindelanfälle und Ohnmachtsanfälle
  • Gedächtnisprobleme, teilweise Stottern und Stammeln
  • trockene Haut, Haarausfall und in manchen Fällen auch Lanugobehaarung auf Rücken, Armen und Gesicht
  • Ausbleiben der Periode
  • niedriger Blutdruck, verlangsamter Herzschlag
  • Verstopfung, Magenkrämpfe, Übelkeit

 

  • Das Gefühl, eine weitere Seele in dir zu haben - die Krankheit!

Diagnose

nach der in Deutschland gültigen Richtlinie ICD-10

 

  1. Tatsächliches Gewicht liegt 15% unter dem erwartetem Gewicht, oder unterhalb des BMI 17,5
  2. selbstinduzierter Gewichtsverlust durch Vermeidung von hochkalorischer Nahrungsmitteln und MINDESTENS eines der folgenden Kriterien:
    - selbstinduziertes Erbrechen
    - selbstinduziertes Abführen
    - übertriebene körperliche Aktivität
    - Gebrauch von Appetitzüglern und/oder Diuretika (Entwässerung über die Nieren)
  3. Körperschemastörung in Form einer spezifischen psychischen Störung
    (es gilt somit NICHT, wenn man wegen des Aussehens seiner Nase oder seiner Ohren leidet)
  4. Endokrine (hormonelle) Störungen
  5. Bei Beginn der Erkrankung VOR der Pubertät ist die Abfolge der pubertären Entwicklung gestört

 

Zusätzlich existiert auch noch die Richtlinie
DSM-IV:

 

  1. Gewicht geringer als 85% des zu erwartenden Gewichtes
  2. Große Angst vor Gewichtszunahme
  3. Strikte Kontrolle der Nahrungsaufnahme
  4. Körperschemastörung
    - Übertriebener Einfluss des Gewichtes auf das Selbstwertgefühl
    - Krankheitsverleugnung
  5. sekundäre Amenorrhoe (Ausbleiben der Regelblutung, dank der Anti-Baby-Pille kann das jedoch "verschleiert" werden)

 

Das "zu erwartene Gewicht" liegt bei BMI 20!

(Ab 18Jahren!)

Sprich, bei einer Größe von 1.72m müsste ich 59.2kg wiegen.

85% wären 50.3kg, somit ein BMI von 17.00kg/m²

 

(So viel habe ich noch nie gewogen und hoffe, es auch nie zu müssen x.x)

Die Diagnose wird bei Ärzten/Psychologen folgend gestellt:

 

 

  • klinische (körperliche) Untersuchung: viele der Symptome müssen vorhanden sein
  • paraklinische Untersuchung: Blutuntersuchung, EKG und ggf. EEG, Abhorchung der Lunge (Aufspüren von Ödemen)
  • Erstellung eines Psychopathologischen Befundes, welcher die Diagnose-Vorraussetzungen des ICD-10 abgleicht

 

Zu einer "erfolgreichen" Anorexia nervosa-Diagnose müssen ALLE Punkte des ICD-10 zutreffen.

Andernfalls kann Bulimia nervosa oder EDNOS (Eating-Disorder-Not-Otherwise-Specified) diagnostiziert werden.

Entstehung

Wow, es gibt ZU VIELE Arten der Entstehung einer mentalen Störung.

Da ich nicht jedem gerecht werden kann, werde ich hierzu lieber nichts schreiben.

 

Aber eines ist sicher:

Die Medien spielen dabei eine geschwindend kleine Rolle.

Sie sind oft nur zum "Triggern" da

Folgen

Die Magersucht ist eine schwere mentale Krankheit, welche sich auf den Körper ausübt (somatisch) und unter Umständen in 15% tödlich verläuft.

 

Es können/werden folgende Wirkungen des langen Hungerns auftreten:

 

  • verlangsamter Herzschlag, niedriger Blutdruck, Herzrythmusstörungen, aus welchen ein plötzlicher Herzstillstand erfolgen kann
  • zu niedrige Elektrolyten, Unterzuckerrung, Blutarmut, daraus folgende Armut an weißen und roten Blutkörperchen
  • erniedrigte Hormonkonzentration: Stoppen der Regelblutung, Unfruchtbarkeit, Verlust von Libido und Potenz, erniedrigte Schilddrüsenhormone (Stoffwechselsenkung, Erniedrigung von Wachstumshormonen)
  • Osteoporose mit Risiko von Knochenbrüchen
  • Verstopfung oder Durchfall, Magenkrämpfe, Übelkeit, Nierenversagen, Blasenschwäche
  • erhöhtes Infektionsrisiko aufgrund der wenigen weißen Blutkörperchen
  • 15% der Erkrankten sterben. Die häufigsten Ursachen sind Herzstillstand, Infektionen und Selbstmord

 

Die Osteoporose kann sich manifestieren, ein Leben lang bleiben, genauso wie Niereninsuffizienz (chronisches Versagen) durch den gestörten Wasserhaushalt.

 

Jetzt aber nicht denken:"Das kann MIR eh nie passieren"
Das selbe haben bestimmt auch viele Menschen im Todesflug vom 11.Set.2001 gedacht...

Es kann JEDEN treffen!

Therapie

Die gängigste Art ist die familientherapeutische Behandlung.

In dieser Art wird die Familie, das Umfeld des Erkrankten mittherapiert, damit bei einer Rückkehr ins "alte Leben" auch keine "alten Gewohnheiten" aufkommen.

 

Psychoanalytische Ansätze sollen innere, unbewusste Konflikte lösen. Oft wird das fehlgehaltene Essverhalten nicht thematisiert (was tierisch nervt!)

 

Auch kognitiv-verhaltenstherapeutische Behandlungen finden ihren Anklang. (Früher KBT, kongnitive Bewegungstherapie)

Sie dient der Korrektur der Körperschemastörung, des Essverhaltens und der Sozialkompetenz.

Z.B. müssen mit Seilen der eigene Körper möglichst reell dargestellt werden, oder die Teamarbeit wird durch gemeinsame "Mini-Projekte" geschult.

 

In schlimmen Fällen kann eine parenterale Zwangsernährung vorhergehen oder gar folgen.

Normalerweise erfolgt dies erst ab einem BMI von 13.

In besonders schlimmen Verweigerungsfällen kann dies auch unabhängig vom BMI erfolgen.

 

Die Therapie kann in einer psychosomatischen Klinik oder einer Psychatrie (BMI 13 und geringer, akute Selbstgefährdung) erfolgen.

 

Die Rückfallquoten sind (mir) leider unbekannt.

Eines ist jedoch klar, es ist

ein lebenslanger Kampf!

Wie jede Sucht eben.

Jede neue Krise kann einen zurück in alte Muster werfen!

Na dann, auf eine erfolgreiche GENESUNG!